-mann
aus ahd., asächs., mhd., mnd. man »Mann, Mensch« entstandenes Suffix, das vor allem zur Bildung von Herkunfts- und Wohnstättennamen, aber auch zur Bildung anderer Namenarten dient.
1. Herkunftsnamen: Neben den häufigen Bildungen vom Typ Münstermann, bei dem -mann an den unveränderten Ortsnamen tritt, kommen Klammerformen wie Sudermann zu Ortsnamen wie Suderburg, Suderode, Suderwick vor. Schließlich kann -mann auch an einen Herkunftsnamen auf -er treten wie bei Bonnermann. Neben dem am häufigsten vertretenen Typ, den Herkunftsnamen zu Ortsnamen, treten auch Herkunftsnamen auf -mann zu Volks- und Stammesnamen wie Prüssmann, zu Landschaftsnamen wie Harzmann, zu Bezeichnungen der Himmelsrichtung wie Ostermann, zu Flussnamen wie Wuppermann auf. Geographischer Schwerpunkt der Herkunftsnamen auf -mann ist der westniederdeutsche Bereich, doch treten sie auch im nördlichen Rheinland, im mecklenburgisch-pommerschen Gebiet und in Schlesien auf.
2. Wohnstättennamen:
a) nach Lagebezeichnungen: Kuhlmann, Pöhlmann (<mhd. bühel »Hügel«), Bachmann, Lindemann, Angermann, Gassmann,
b) nach einer Gebäudebezeichnung: Kothmann. Besonders zu bewerten sind
c) Wohnstättennamen auf -mann nach einem Hof. Hier kann z.B. ein Hofname nach einem früheren Besitzer, etwa einem Mann namens Sander, als Sandermann zum Bei- und später Familiennamen eines weiteren Hofeigentümers werden. Derartige Bildungen sind besonders im Lippischen, aber auch in Tirol und in Niederösterreich bekannt, wo -mann mit -meier bei der Namenbildung abwechselt. Wohnstättennamen auf -mann kommen ebenfalls vorwiegend in Nordwestdeutschland vor, sind aber auch im übrigen deutschen Sprachgebiet bekannt.
3. Berufsnamen: Bei Familiennamen wie Aulmann oder Salzmann handelt es sich um Berufsnamen, die mit dem Suffix -mann von dem hergestellten Gegenstand bzw. dem Handelsgut abgeleitet sind.
4. Auch Übernamen können mit -mann gebildet werden: Klugmann, Kurzmann, doch sind manche Familiennamen auf -mann (z.B. Biedermann <mhd. biderman »unbescholtener Mann, Ehrenmann«) unverändert aus dem allgemeinen Wortschatz übernommen worden.
5. Wie schon seit alters, kann -mann an Rufnamen antreten. Hierbei hatte es ursprünglich eine kosende Funktion wie bei dem alten Rufnamen Karlmann oder bei den zum Familiennamen gewordenen Hinzmann oder Tillmann. Gelegentlich wurde -mann mit patronymischem Charakter an Rufnamen angefügt. Hiervon zu trennen sind Rufnamen wie Hartmann, Hermann, die das Namenwort man als zweiten Bestandteil enthalten.

Wörterbuch der deutschen familiennamen. 2013.

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